Der Geist, der stets bejaht

Nach einem kleinen Ausflug ins Denkforum möchte ich den Gedanken an „den Geist, der stets bejaht“ gerne weiter ausbreiten:

Heutzutage, in meinem Leben, ist „Der Geist, der stets bejaht“ unangenehm allgegenwärtig:

  • Bei der Bundestagswahl
  • In der Arbeit
  • In Form von „Politischer Korrektheit“ überall auf der Straße

Und so ähnlich der Charakterisierung des „Geistes der stets verneint“:

Ich bin ein Teil von jener Kraft,
die stets das Böse will und stets das Gute schafft.

kommt mir der „Geist, der stets bejaht“ vor als

Ich bin ein Teil von jener Kraft,
die stets das Gute will und stets das Böse schafft.

als Mephisto im Gegensatz zum Mephistopheles vor, als Teufel im Gegensatz zum Teufelchen, zum Schelm.

Das ständige Bejahen in der Bundestagswahl

Keine Partei geht auf das ein, was der potenzielle Wähler nicht hören will. Der Geist der stets bejaht: Mehr Sozialhilfe und mehr Selbstverantwortung, Rentengarantien ohne Mehrbelastung, Steuersenkungen und Subventionen, alternative Energien und mehr Arbeitsplätze: Ja, Ja, Ja.
Ganz ehrlich: Das glaubt doch keiner!

Das ständige Bejahen im Job

… hat sogar einen Namen: Snafu-Prinzip. (Wikipedia scheint vorübergehend kaputt zu sein, evtl. liefere ich den Link nach…)
Zum Snafu-Prinzip kann ich nichts hinzufügen.

Das ständige Bejahen im Alltag

Es gibt unangenehme Wahrheiten, die in unseren alltäglichen Diskussionen de facto nicht mehr auftauchen.
Fremdenhass gehört zum Glück nicht dazu.
Fakten-basierte Aufklärung über die Motivation der Terroristen an den wichtigsten terroristischen Brennpunkten leider schon.
Auch die Internet-Diskussion zwischen Kinderpornographie und Zensur wird nur sehr einseitig geführt. Zum Glück hat die entsprechende Internet-Petition viele Unterzeichner gefunden und auch entsprechend Wirbel gemacht.

Dabei würde ich niemandem böse Absicht unterstellen. Das soll man ja grundsätzlich nicht tun, wenn Dummheit ausreicht.

Ach, wenn nur Mephistopheles das sehen könnte…