Opel

Kein Kommentar: Opel ist dumm gelaufen. Aber ich finde es interessant, daß eine Publikation heute genau diejenigen als „Populisten“ bezeichnet, die noch im Mai als „Insolvenz-Minister“ tituliert wurden.

Meine Meinung? – zunächst wäre ein offenes „Lessons Learned“ angebracht, was wirklich schiefging. Aber das ist in unserer Medien-Zeit, in der es jeder (auch ich) besser weiß, nicht realistisch.

Ich denke, zu Guttenberg hatte recht: Die Insolvenz als realistische Option hätte in jedem dieser Gespräche auf dem Tisch liegen müssen. Mit der Einstellung „Insolvenz verhindern um jeden Preis“ hat sich die Regierung damals erpressbar gemacht – und sie ist gerade auf dem besten Weg dazu, dies wieder zu tun. Wenn schon sonst nichts ist das ein Grundsatz der guten Verhandlungsführung.

Und falls (!) Opel tatsächlich nicht betriebswirtschaftlich sinnvoll saniert werden kann, wäre ein Ende mit Schrecken dem Schrecken (–> Steuerverschwendung) ohne Ende aus der Gesamt-Deutschen Perspektive vorzuziehen. Entrüstung ist einfach und billig. Bisher hat jeder Deutsche im Schnitt etwa 19€ für Opel auf den Tisch gelegt (–> 1,5 Milliarden Euro geteilt durch 80 Millionen Deutsche), und es hat nicht nachhaltig geholfen. Wenn wir diesen Betrag verdreifachen: Reicht das? Wieviele andere Arbeitsplätze zerstören wir durch die damit verbundenen Steuererhöhungen und/oder höheren Staatsschulden? Wie lange hätten wir die Opel-Mitarbeiter für das gleiche Geld anderweitig beschäftigen können?

Auch wenn die EU-Kommission so einen Vorschlag nie akzeptieren würde: Warum unterstützen wir mit dem von GM zurückgezahlten Kredit keinen Automobil-Zulieferer um die Menschen zu beschäftigen und quasi-kostenlos die „echten“ Deutschen Autobauer VW, BMW und Daimler beliefert?