Fußball-WM 2010: Nachlese

Eigentlich hatte ich gedacht, daß mein letzter Tweet (nach dem 3. Platz der Deutschen) zum Thema so etwas wie ein Schlußwort sein könnte:

Das schönste am Fußball ist, wenn Jogi sich freut.

Doch dann kam das Finale.

Doch vor dem Finale haben meine Liebste und ich zusammen das Argentinien-Spiel geguckt. (Twitter-Follower erinnern sich: In einer Sektbar :-)) Das Spiel war so schön, und die Spieler wurden durch den #Ableseservice so menschlich, daß Mrs. Bananenblatt am Ende meinte: So macht Fußball Spaß. Nun bin ich auch eher ein alle-vier-Jahre-Fußball-Nationalmannschafts-Fan, alles ist gut. Und ich bin froh, daß sie den alle-vier-Jahre-Ausbruch nachvollziehen konnte.

A propos Ableseservice: Der Ableseservice ist für mich das unschlagbare Highlight dieser WM. Nach Jahren der beiläufigen Beschäftigung mit „Universal Design“ kommt hier eine junge Dame und demonstriert uns allen, daß fast jeder auf seine Weise behindert ist: Entweder wir können nicht hören, oder wir können nicht Lippenlesen. Und wir Lippenlese-Behinderten verpassen tatsächlich ‚was!

Der Ableseservice ist wirklich toll, und ich bewundere Julia für alles, was sie da mit minimalsten Mitteln und aus Spaß am Tun geschaffen hat. Daß sie den Fernseh-Auftritt beinahe abgelehnt hätte, weil der Sender das Ganze nicht untertiteln wollte. Und und und.

Auch darum folge ich noch einmal ihrer Bitte und hoffe, daß viele dies lesen:

Im Deutschen Fernsehen sind nicht einmal 11% der Sendungen untertitelt!

Ich werde ihr Blog „Die Welt mit den Augen sehen“ gespannt weiter verfolgen. Die Zusammenfassung zum Spiel um Platz drei enthält ein besonderes Schmankerl um 22:27. Wer mehr mitbekommen will, sollte @EinAugenschmaus auf Twitter folgen.

Also: Die WM war schön: Schönes Argentinien-Spiel, Deutschland auf Platz 3, Ableseservice, und schon in der Vorrunde haben sich ja einige neue Twitter-Bekanntschaften herausgebildet: Danke an @EinAugenschmaus (#Ableseservice!), @Syrah12 (Zwischenbilanzen), @iZerf, @gerdbrunzema, und – last but not least – @chgeldmacher. Lustig war’s.

Und dann kam das Finale. Meiner Meinung nach hat der Schiri in den ersten zehn Minuten nicht gepeilt, was abging: Die Holländer haben ausprobiert, wie weit sie gehen können – und das war ziemlich weit. Die erste gelbe Karte gab es „erst“ nach etwa einer Viertelstunde. Zu dieser Zeit stand es in der Zählung bei uns in der Sportsbar schon ungefähr 10:1 für Holland. Nach Fouls – weitgehend ungeahndet! Die Überschrift bei Spiegel Online, „Gescheitert am Voetbal brutal„, trifft den Nagel auf den Kopf so wie Nigel de Jong Xabi Alonso auf die Brust. Über die tatsächlich gegebenen Karten hinaus haben wir in der Bar zwei Rote (gegen Holland) und zweimal gelb-rot (je eine) sowie drei Elfmeter (alle für Spanien) ausgemacht, die nicht gegeben wurden. Die Anti-Rassismus-Erklärung aus dem Viertelfinale ist dadurch mehr als aufgehoben, „fair play“ als Motto würde sich wieder einmal lohnen.

Der Daily Telegraph meint dazu: „Vergesst die Qualität, spürt die Gerechtigkeit“

Damit hat sich das Schlußwort zur WM verändert: Als Heitinga die gelb-rote Karte bekam, hat die Bar fast heftiger applaudiert als beim Tor ein paar Minuten später.

Was für eine Schande, die #ned hier veranstaltet.

Jetzt ist die Fußballbegeisterung meiner Liebsten erst einmal wieder vorbei – und meine auch.

Danke, Holland.

Ein Gedanke zu “Fußball-WM 2010: Nachlese

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