Europa war mal eine Gemeinschaft der Werte (II)

Was Europa auszeichnet (auszeichnen sollte…) ist, dass wir gemeinsame Werte verfolgen. Das gilt gerade für die historischen Erzfeinde England, Frankreich und Deutschland. Der heutige Terroranschlag zeigt einmal mehr, dass das Vereinte Königreich zu Europa gehört. Jeder Humanist in Europa muss nicht nur darüber nachdenken, wie wir Flüchtlingen helfen können, sondern auch (und vielleicht noch mehr) darüber, wie wir die Humanisten uns selbst schützen können vor denen, die die Menschenrechte mit Füßen treten. Wahrscheinlich müssen wir das kleiner Übel wählen.

Wenn die humanistischen Gesellschaften sich nicht selbst schützen, wird niemand mehr da sein, um den Rest zu schützen.

Das Vereinte Königreich gehört zur EU und sollte in der EU bleiben. Gemeinsam sind wir stark. NUR gemeinsam.

Terror oder Amok?

Ansbach – Ein Terrorist?

München – Ein Amokläufer?

Spiegel Online meint:

[Der Münchner Täter] war, nach allem, was man weiß, ein Rassist mit rechtsextremen Motivationen. Er war kein Amokläufer, der aus einem diffusen Gefühl von Wut und Weltekel heraus agierte.

In der Folge wird die Reaktion via den Sicherheitsapparat verneint und stattdessen mehr Integration gefordert. Der Konfliktforscher Ulrich Wagner wird aus einem Interview im Deutschlandfunk zitiert:

Die „Gefühle von Benachteiligung und Ausschluss“, so Wagner im Deutschlandfunk, seien oft Grund für solche Taten, sie müssten ernst genommen und besser aufgelöst werden.

Ein zentraler Punkt kommt dabei leider unter die Räder: Die Zeit!

BEIDE haben recht – sowohl die Menschen die jetzt eine Antwort über den Sicherheitsapparat suchen als auch die Menschen, die Konflikte „an der Wurzel“ lösen wollen.

Nur… wir können nicht warten. Solange die „Wurzel“ der Konflikte nicht zuverlässig gelöst ist, müssen wir über den Sicherheitsapparat gehen. Die Möglichkeiten der Polizei und sonstigen Behörden zu erweitern lässt sich im Rahmen von Monaten ändern, und auch wenn das selbstverständlich Anschläge, Amokläufe und andere Zwischenfälle nicht zu 100% ausschließt können die Behörden doch die Schwelle heben.

Ein Umdenken der nötigen Größenordnungen in zwei Gesellschaften (jaja… ich habe im Konfliktmanagementkurs aufgepasst: Solange eine Partei einen Konflikt erlebt ist er vorhanden…) ist eine Aufgabe für Jahrzehnte. Es gibt Menschen die bezweifeln, ob das überhaupt geht – eine Antwort auf diese Frage werden bestenfalls unsere Kinder erleben, eher unsere Enkel.

In der Zwischenzeit müssen die Behörden für mehr Sicherheit sorgen und uns so die Zeit verschaffen, besser miteinander zu reden.

 

Lernen aus dem Ukraine-Chaos

Die Lage in der Ukraine ist – aus der westlichen Sicht – gründlich entgleist, „der Westen“ steht neben Putin da wie die Schulbuben. Was können wir aus den Ereignissen lernen? Die folgenden Überlegungen gefallen mir überhaupt nicht, doch ohne den Tatsachen ins Auge zu sehen, wird nichts besser. Es zeigt sich, dass unsere Politiker überwiegend vor über das kleinere Übel entscheiden müssen, praktische Optionen für echte Gestaltung fehlen.

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Ausweitung der Meldepflicht, Präzisierung der Versammlungsfreiheit

Überraschend hat die Bundesregierung die Meldepflicht ausgeweitet: Jede Reise in ein anderes Bundesland ist zu melden. Auch die Versammlungsfreiheit wurde präzisiert: Jedes Gespräch ist zu registrieren. Natürlich bleiben die Grundsätze von Freizügigkeit und Versammlungsfreiheit erhalten, eine Genehmigungspflicht ist vorläufig nicht vorgesehen.

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Irrtümer der SPD-Basis zur Großen Koalition

Das Stimmungsbild verfestigt sich, dass die SPD-Parteibasis in der Mitgliederbefragung einer großen Koalition wohl sehr kritisch gegenüber stehen wird. Ich denke, die SPD-Basis ist auf dem besten Weg dazu, sich selbst zu vernichten. Ich halte – gerade aus der Perspektive der SPD-Basis und -Wähler – die Fundamentalopposition zur Großen Koalition für einen fürchterlichen Fehler. Ich bezweifle, dass die SPD mit einer neuen Führungsriege auf magische Weise wie ein Phönix aus der Asche wieder aufstehen wird.
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Wider die Augenwischerei zur Finanztransaktionssteuer

Auf der Webseite vom Manager-Magazin steht gerade ein Artikel mit der Überschrift: „Wie die Regierung den Deutschen die Aktie verleidet„. Der Artikel ist ein schräges Gemisch aus Wahrheiten, Halbwahrheiten und Seltsamkeiten. Hier ist mein Versuch, etwas Licht ins Dunkel zu bringen. Im Kern geht es dem Autor nicht um den Aktienhandel selbst, sondern um die Möglichkeit der Finanzbranche, Produkte auf Aktienbasis anzubieten.

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Die spinnen, die Politiker
Wo die Demokratie wirklich in Gefahr ist

In drei Großmächten bricht die Parteipolitik aus, Parteipolitik wird wichtiger als der Erfolg der Regierung. Die Union hat in Deutschland fast die absolute Mehrheit und tut sich schwer mit der Regierungsbildung, die USA spielen „shutdown“ und die italienische Regierung bricht wegen Silvio Berlusconi auseinander. Hat die Welt keine dringenderen Probleme?

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Wo die Demokratie wirklich in Gefahr ist“
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