SPIEEELZEUG!

Das gibt’s doch nicht:

  • Der Klicker wie von einem Kugelschreiber
  • Ein Zahlenschloss
  • Ein Joystick
  • Ein Lichtschalter

und noch einiges mehr… ein neues Spielzeug mit dem einzigen Zweck, unsere Hände zu beschäftigen damit wir uns besser konzentrieren können. Teilweise mit und ohne Geräuschen

Nie mehr Restless Leg?

Der TwitchCube!

Wer hat’s probiert, wer probiert’s aus?

 

Europa war mal eine Gemeinschaft der Werte (II)

Was Europa auszeichnet (auszeichnen sollte…) ist, dass wir gemeinsame Werte verfolgen. Das gilt gerade für die historischen Erzfeinde England, Frankreich und Deutschland. Der heutige Terroranschlag zeigt einmal mehr, dass das Vereinte Königreich zu Europa gehört. Jeder Humanist in Europa muss nicht nur darüber nachdenken, wie wir Flüchtlingen helfen können, sondern auch (und vielleicht noch mehr) darüber, wie wir die Humanisten uns selbst schützen können vor denen, die die Menschenrechte mit Füßen treten. Wahrscheinlich müssen wir das kleiner Übel wählen.

Wenn die humanistischen Gesellschaften sich nicht selbst schützen, wird niemand mehr da sein, um den Rest zu schützen.

Das Vereinte Königreich gehört zur EU und sollte in der EU bleiben. Gemeinsam sind wir stark. NUR gemeinsam.

Ausweitung der Meldepflicht, Präzisierung der Versammlungsfreiheit

Überraschend hat die Bundesregierung die Meldepflicht ausgeweitet: Jede Reise in ein anderes Bundesland ist zu melden. Auch die Versammlungsfreiheit wurde präzisiert: Jedes Gespräch ist zu registrieren. Natürlich bleiben die Grundsätze von Freizügigkeit und Versammlungsfreiheit erhalten, eine Genehmigungspflicht ist vorläufig nicht vorgesehen.

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Irrtümer der SPD-Basis zur Großen Koalition

Das Stimmungsbild verfestigt sich, dass die SPD-Parteibasis in der Mitgliederbefragung einer großen Koalition wohl sehr kritisch gegenüber stehen wird. Ich denke, die SPD-Basis ist auf dem besten Weg dazu, sich selbst zu vernichten. Ich halte – gerade aus der Perspektive der SPD-Basis und -Wähler – die Fundamentalopposition zur Großen Koalition für einen fürchterlichen Fehler. Ich bezweifle, dass die SPD mit einer neuen Führungsriege auf magische Weise wie ein Phönix aus der Asche wieder aufstehen wird.
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Atomkraft

Zehn Tage nach Fukushima: Hier sind meine Gedanken zum Thema.

Ich erkenne das Ziel an, die Erde und ihre menschlichen, tierischen und pflanzlichen Bewohner vor den Gefahren der Kernkraft zu schützen. Doch Panik nützt niemandem.

  1. Metaphorisch gesprochen: Ich erkenne an, daß in Fukushima die Kuh noch nicht vom Eis ist. Ohne die Metapher: Die Möglichkeit, daß noch mehr radioaktives Material freigesetzt wird, besteht nach wie vor.
  2. Bisher ist die Lage in Fukushima tendenziell eher ein Beweis dafür, daß Menschen Kernkraft tatsächlich unter Kontrolle haben können: Im Angesicht einer Zwillings-Naturkatastrophe, bei der jede einzelne die Design-Ziele um einen Faktor fünf übertraf, ist die Lage nach wie vor weitgehend unter Kontrolle. (Ja, kritisch, und im Moment weitgehend unter Kontrolle. Siehe auch §1)
  3. Ein regionaler Atomkraft-Ausstieg in Deutschland nützt nichts. Deutschland verliert die Kontrolle über die Sicherheit von wenigstens einigen Reaktoren, und die Glaubwürdigkeit in Sicherheitsdiskussionen (-> Ingeneursdiskussionen) leidet. Der Sicherheitsgewinn für Deutschland ist dagegen eher überschaubar: Die meisten unserer Nachbarstaaten haben/planen/bauen Atomkraftwerke. Meine Meinung: Bitte mindestens Europa-weit diskutieren. Viel Spaß mit den Franzosen… Und dann ist das Thema der weltweiten Sicherheit immer noch nicht vom Tisch.
  4. Ich bin ein großer Freund von positiv formulierten Zielen. „Atom-Ausstieg“ ist für mich immer noch ein negativ (weg-von) formuliertes Ziel, so ähnlich wie „Rauchen aufhören“. Mit einer Formulierung wie „Umstieg auf Erneuerbare Energien“ könnte ich mich anfreunden, doch das hat zwei Haken: Es gibt kein plausibles Konzept dafür, und es wird voraussichtlich richtig teuer – je schneller wir den Ausstieg forcieren, umso teurer wird’s.  Mein Wunsch: Gerne auf die Tube drücken, und dabei mit Augenmaß vorgehen. Panik nützt niemandem.
  5. Bevor ich gesteinigt werde: Tatsächlich ist die größte Schwäche der Kernenergie, daß es auch dort kein akzeptables Konzept für den radioaktiven Müll gibt. Das wäre – im Vergleich zu Fukushima – eine lohnende Diskussion. Solange wir das Floriansprinzip dabei außer Kraft lassen
  6. Das Thema Energieversorgung ist untrennbar verknüpft mit dem Thema Wasserversorgung! (–>http://spectrum.ieee.org/static/e-h2o oder http://water.signtific.org/blog/)

In der Summe wünsche ich mir:

  • Ein Ende der Panik. Am besten jetzt, sofort. Erst wenn die Angst weg ist, können wir ein Thema dieser Wichtigkeit sinnvoll diskutieren.
  • Eine sachliche Diskussion. Ich habe niemandem seltsame Absichten unterstellt und möchte, daß mir auch niemand schräges Zeug unterstellt. Tim Berners-Lee warnt vor der Gefahr „kultureller Schlaglöcher“ (Democracy and the Internet: New Rules for New Times – Tim Berners-Lee – Europeaum Policy Forum, der Absatz beginnt mit „But at the same time…“), und an anderer Stelle wünschte er sich, daß die Menschen sich nicht um Meinungen versammeln sollen, sondern um Themen. Der Zweck dieses Artikels ist eine Diskussion um das Thema Energiepolitik.
  • Einen zügigen Umstieg von Kernkraft auf erneuerbare Energien, frei vom Floriansprinzip: Zügig und finanzierbar und konsequent umgesetzt. Wenn wir umsteigen wollen auf Erneuerbare, dann müssen die einschlägigen Projekte (Kraftwerke, Stromleitungen usw.) auch regional unterstützt werden.
  • Einen ganzheitlichen Blick auf das Thema E=H2O

Meine Quellen zur Lage in Fukushima im Lauf der letzten Woche sind unten. Dabei habe ich versucht, sachliche Informationen zu finden – das war in deutschen Medien leider kaum möglich. Vielleicht sind einige der Quellen nach deutschen Verhältnissen nicht ganz neutral, doch bevor die Diskussion über Neutralität der Quellen ausbricht, sollten wir die Diskussion über Sachlichkeit der Quellen hinter uns haben. Schön dazu war der Artikel in Spiegel Online, „Gute Kernkraft, böse Kernkraft

 

Gedanken zur WM: Ein Land begeistert sich für nichts-verpassen

Heute, 20:30: Deutschland gegen Ghana. Ganz Deutschland ist begeistert für Fußball. Eigentlich denke ich darüber nach, mit meiner Frau das tolle Wetter zu genießen und ein Eis essen zu gehen. Nur die zweite Halbzeit – das müsste doch eigentlich genügen. Doch nein, eigentlich will ich das Spiel doch ganz sehen. Denn ich könnte ja ‚was verpassen. Ein Tor in 180 Fußballminuten genügt ja…

Und dann die Erkenntnis: Warum eigentlich Fußball? Wie ist’s mit Tennis, Handball, Basketball, American Football, … – da ist doch dauernd was los. Warum eine Sportart, bei der u.U. in 180 Minuten nur ein einziges Tor fällt?

Und dafür begeistert sich eine ganze Nation? Ganz Deutschland begeistert sich dafür, „nichts zu verpassen“? Das kann’s doch auch nicht sein… was sagt das über andere Felder? Politik? Bildung? Wirtschaft? Abwarten und konsumieren?

Der Geist, der stets bejaht

Nach einem kleinen Ausflug ins Denkforum möchte ich den Gedanken an „den Geist, der stets bejaht“ gerne weiter ausbreiten:

Heutzutage, in meinem Leben, ist „Der Geist, der stets bejaht“ unangenehm allgegenwärtig:

  • Bei der Bundestagswahl
  • In der Arbeit
  • In Form von „Politischer Korrektheit“ überall auf der Straße

Und so ähnlich der Charakterisierung des „Geistes der stets verneint“:

Ich bin ein Teil von jener Kraft,
die stets das Böse will und stets das Gute schafft.

kommt mir der „Geist, der stets bejaht“ vor als

Ich bin ein Teil von jener Kraft,
die stets das Gute will und stets das Böse schafft.

als Mephisto im Gegensatz zum Mephistopheles vor, als Teufel im Gegensatz zum Teufelchen, zum Schelm.

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Indien – eine Woche danach

Die Finanzkrise hat Indien erreicht – den Diskussionen vor Ort nach mit wilden Auswirkungen auf die deutschen Mitarbeiter von Firmen mit großen „Ablegern“ in Indien.

Zunächst: Indien ist endgültig in der „zivilisierten Welt“ angekommen. Indien (oder wenigstens Bangalore) hat „Zivilisationskrankheiten“: Sowohl die Selbstmord- als auch die Scheidungsquote sind im letzten Jahr dramatisch gestiegen. Es gibt seit neuestem auch so etwas wie Akademiker-Arbeitslosigkeit (Zitat: Arbeitslosigkeit hatten wir hier schon immer – und sie war schon immer so hoch, daß keiner sie gemessen hat. Neu ist, daß es jetzt auch die Akademiker erwischt).

Ein Freund in einer Management-Position berichtete, daß er in den letzten zehn Jahren eine Gehaltssteigerung um einen Faktor 200 geschafft hat. Er ist zu einer „normalen“ Zeit eingestiegen und kann mit den durch die Finanzkrise bedingten Einschnitten umgehen: Er hat eine Zeit mit „normalen“ Löhnen erlebt. Vorübergehend war die Lage anders: Berufseinsteiger in der IT haben unglaublich verdient (Die Schlagzeile vor sechs Jahren war: Ein IT-Berufseinsteiger kann sich beim Einstieg ein Motorrad leisten, vor drei Jahren schon ein Auto). Die Menschen dieser Generation kamen auf einem weit überhöhten Niveau ins Berufsleben. Sie haben sich teilweise hoch verschuldet, um Immobilien oder ihren Lebensstil zu finanzieren und wissen jetzt keinen Ausweg mehr. Der Cartoon auf einer Tageszeitung illustriert die Lage: ein Kind, das seinen Vater (in Anzug und Krawatte) fragt: Papa, wann fangen wir an zu betteln?

Kurz: Die Stimmung ist schlecht.

Die Konsequenz daraus ist, daß jeder, der einen Job hat, sich fest daran klammert. Wie auch hier gilt das Prinzip, wer zuletzt kommt, geht als erster. Und jeder freut sich über einen Neueinsteiger im eigenen Bereich: (Wieder) einer, der vor mir geht…

Für die Firmen in Indien ist das aus zwei Gründen wie ein Sechser im Lotto:

  • Sie können ihre guten Mitarbeiter halten und nicht nur von „abstrakter“ Erfahrung aus anderen Firmen profitieren, sondern auch von der im eigenen Hause erworbenen, sehr viel spezifischeren.
  • Es ist das Mittel, um gegen den „schlechten Ruf“ im Ausland anzugehen, daß die Fluktuation viel zu hoch sei

Indien wird nach wie vor ein Ort für kostengünstige Fachkräfte sein. Während „früher“ der Trend war, daß die „Offshore-Kollegen“ den Job wechseln, sobald sie nach deutschem Verständnis eingelernt sind, können wir jetzt damit rechnen, daß die Kollegen bald auch ähnlich erfahren sein werden wie die Kollegen in Deutschland: Gute Manager, gute Projektleiter, gute Experten, etc.

Für Deutschland galt in vielen Firmen seit einiger Zeit Einstellungsstopp. Um den Mitarbeitern in Deutschland eine Perspektive zu geben und die hohen Fluktuationen und das damit ständig abwandernde Fachwissen in Indien zu kompensieren, wurden in Deutschland oft die Strukturen in Indien (Manager, Projektleiter etc.) noch einmal kopiert: Während in Indien ein ständiges „Ausbilden“ stattfand, war die tatsächliche Erfahrungsbasis in Deutschland.

Das wird bald nicht mehr nötig sein.

Und die Firmen werden feststellen, daß sie in Deutschland „viele Häuptlinge, wenige Indianer“ (und einen Einstellungsstopp) haben, während in Indien die gesamte Struktur noch ausgewogen ist. Von einem Generationsproblem ganz zu schweigen: Da die Einstellungsstops in Indien mehrere Jahre später kamen als hier kann das Durchschnittsalter in Indien 5-10 Jahre niedriger liegen als in Deutschland – was die Kommunikation über Standortgrenzen nicht unbedingt erleichtert.

Und wahrscheinlich ist dieser Themenkomplex nicht auf Indien beschränkt. Wahrscheinlich funktioniert es so oder so ähnlich auch in Teilen von China usw.

Die Finanzkrise ist in Indien angekommen. Quo vadis, Deutschland?