Neville Holmes schreibt in seinem Artikel „The Profession and the Big Picture“ über die Verantwortung der Wissenschaft, sich für umweltfreundliche Politik einzusetzen. Gute Idee – aber reicht das?

Denn bei näherer Betrachtung stellt man fest, daß unsere Politiker speziell von der Bedrohung durch Umweltprobleme schon seit langem wissen – doch in einer Welt begrenzter Ressourcen setzen sie ihre Ressourcen primär für die Ziele ihrer Wähler ein.

Um also unsere Politiker zu ökologisch nachhaltigeren Entscheidungen zu bewegen, müssen zunächst wir selbst in der Masse solche Entscheidungen als wichtiger priorisieren als alles andere. Starker Tobak, bei über 5 Millionen Arbeitslosen, oder?

Doch es geht noch weiter: Sogar wenn wir 100% Arbeitslosigkeit akzeptieren könnten, wäre es immer noch ein Tropfen auf den heißen Stein: Andere Länder wären wahrscheinlich nicht so umweltfreundlich wie wir, und im Gegensatz zu uns Menschen kennt die Natur keine Grenzen: Wenn der Nachbar raucht, stinkt’s bei uns auch.

Sehr anschaulich demonstriert hat das Schweden: Schweden ist eines der ersten Länder, das komplett aus der Kernenergie ausgestiegen ist (siehe The Economist ). Dafür kaufen sie jetzt ihren Strom ein – doch der Strom wird immer noch aus Kernenergie erzeugt, nur diesmal stehen die Reaktoren auf der anderen Seite der Grenze, und damit außerhalb Schwedischer Sicherheitsstandards.

OK, zurück zum Punkt: Wenn der Nachbar raucht, stinkt’s bei uns. Und während einige Länder sich vielleicht große und teure Maßnahmen für den Umweltschutz abringen können oder wollen, ist das bei anderen nicht so. Der Gesamtnutzen ist also sozusagen der Durchschnitt.

Nach dieser Logik sind Verträge wie das Kyoto-Abkommen der Schlüssel zu besserem Umweltschutz.

OK, hier haben die USA noch innenpolitisch zu kehren. Einer der größten CO2-Produzenten macht nicht mit und führt die Anstrengungen der restlichen Welt ad absurdum? – Das geht eigentlich nicht. Und weil wir grade austeilen: China ist auch nicht besser. Was man hier aber leider sehr gut sieht ist wieder, daß die Bevölkerung die Wichtigkeit von Umweltschutz nicht versteht und so buchstänlich für die ganze Welt Schwierigkeiten macht.

Ach, weil wir gerade bei China sind, nehmen wir Russland auch gleich noch einmal mit: Es ist unser aller Planet, und es ist schlechter Stil, Umweltschutz gegen andere „Gefälligkeiten“ anderer großer Staaten zu tauschen. Und noch eins obendrauf: Nordkorea, der Iran und die anderen Länder sollten bitte ihre Spielereien mit Kernkraft und Kernwaffen aufhören. Sonst gibt’s unter Umständen bald keine Umwelt mehr, die zu schützen sich lohnen würde.

OK, zurück zum Punkt: Die Bevölkerung muß Umweltschutz verlangen, weltweit. Die Arbeitslosen müssen die Priorität genauso anerkennen wie die Hungernden, und alle Länder der Welt müssen an einem Strang ziehen. Klingt wie Science Fiction…

Aber gerade in der Science Fiction werden immer wieder Szenarien beschrieben, bei denen ein gemeinsamer Feind (meistens Außerirdische Lebewesen) die Welt bedrohen, und die Menschen beginnen, an einem Strang zu ziehen, um die Bedrohung abzuschmettern.

Vielleicht sollten doch zunächst die Wissenschaftler so einen gemeinsamen Feind dokumentieren :-/.