Videospielen mausert sich zu einer ernsthaften Sportart. Die Sportler sind da (siehe Clan homepages), die Sponsoren sind da (Hardware- und Softwarehersteller), die Fans sind da. Was fehlt? – Fernseh-Berichterstattung!

Fernseh-Berichterstattung über Videospiele? – Sind die denn alle verrückt geworden? Kann ich nicht selber spielen?

Kann ich Fußball nicht selber spielen?

Was soll man denn da Filmen? Durchgeknallte Kiddies mit einem Joystick in der Hand vor dem Bildschirm?

Nein: Man kann das Signal des Bildschirms direkt abgreifen! Die ersten „Fernsehsender“ nach diesem Modell existieren sogar schon: Wieviele Stunden Videos über Wettbewerbe werden heute auf den Cover CDs von Videospielzeitschriften verteilt? – Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis der Distributionskanal von „Cover DVD“ auf „Äther“ umstellt. Oder bis Videospiele die ersten großen Video-on-Demand-Kanäle für Fernsehprogramme im Internet eröffnen. Und dann gibt es noch eine ganz besondere Dimension:

Interaktives Fernsehen! – Und damit ist nicht „Mitspielen“ gemeint. Ähnlich den Helmkameras in der Formel 1 könnte man einem Zuseher die gleiche Perspektive wie einem Spieler eröffnen – doch ohne die Komplexität der Funk-Videoübertragung und ohne den Sportler zu behindern. (Soviel ich weiß werden so die Cover DVD Beiträge erstellt.)
Die populären Spiele sind Netzwerkspiele, doch bei den „Profis“ überlebt ein normaler Mitspieler nicht lange, oder er steht nur im Weg. Doch was spricht dagegen, eine weitere Spielerklasse mitspielen zu lassen: Den „Kameramann“?

Der „Kameramann“ ist voll steuerbar, aber unsichtbar und unverwundbar: Für die „Sportler“ existiert er nicht. Seine einzige Rolle besteht darin, das Spielgeschehen für einen Zuseher sichtbar und hörbar zu machen.

Vielleicht brechen die ersten Server unter der Belastung der vielen, einzeln zu verwaltenden Zuseher (und der zugehörigen 3D-Landschaften) zusammen – doch wenn der Aufwand für die „korrekte“ Kamera-Ausrüstung bei einem Bundesliga-Fußballspiel irgendein Maßstab ist, werden sich Wege finden, um das irgendwie zum Laufen zu kriegen.

Wir werden sehen. Willkommen in der schönen neuen Welt!