Nur um’s gesagt zu haben: Ich habe über meinen jeweiligen Arbeitgeber inzwischen merere Softwarepatente angemeldet. Warum? – Weil wir keine Wahl haben. „Die Konkurrenz“ gehört zu den Patent-aktivsten Firmen der Welt. Keiner hat die Möglichkeit zu überprüfen, ob das nächste Stück Software zufällig gegen irgendein Patent irgendwo verstösst, und (Zitat) „ein paar Millionen hier, ein paar Millionen da… das läppert sich“.

Der beste Schutz sind Patent-Austausch-Abkommen – aber dafür braucht man Verhandlungsmasse, nämlich eigene Patente. Darauf lässt sich ein großer Teil der Softwarepatent-Diskussion zurückführen.

Große Firmen haben Angst vor kleinen ein-Patent-Firmen, kleine Firmen haben Angst vor großen Firmen wenn das Produkt besser ist und ein Patent einen einfachen Hebel bietet, um die kleine Firma spurlos auszulöschen.

Mit einem Wort: Die Markt-Transparenz ist weg. Kein Wunder, daß Deutsche Firmen mit Hirn aus dieser Rüstungsspirale aussteigen wollen.

Liegt das notwenigerweise an Softwarepatenten?

Ich glaube nicht. Ich würde mir zwar eine Welt ohne Softwarepatente wünschen, aber wenn das schon nicht geht dann hätte ich gerne eine sehr viel strengere Auslegung der „Erfindungshöhe“.

One-Click-Patent? – Durchgefallen
Fraunhofer-MP3-Patent? – daran wurde lange und intensiv geforscht… das ist etwas anderes.

So kann man sicher auch Softwarepatente finden, die der Patentierung würdig sind (kein Kommentar über „meine“ Patente! ) – und man würde das Problem wenigstens eindämmen.