Man mag sich gewundert haben, warum es so lange kein „Bananenblatt“ mehr gab. Naja, die Antwort ist einfach: Wozu ein Reisetagebuch, wenn man nicht reist?

Jetzt bin ich also glücklich wieder einmal in Indien, und schön ist’s. Diesmal gab’s die erste Überraschung auf dem Weg zum Flughafen: Im Gegenstz zu früheren Fahrten war nicht das Taxi leer als ich zustieg und wurde dann nach und nach voller, sondern es war schon voll! Unter anderem war ein netter junger Mann aus einer anderen Abteilung mit von der Partie, seine erste Tour nach Indien. Auf den verschiedenen Wegen durch den Frankfurter Flughafen stellte sich heraus, daß er in einem Hotel untergebracht ist, das hier im Bananenblatt schon einmal ziemlich vernichtende Kritiken bekommen hat.

Ohne den Dingen vorgreifen zu wollen: wir waren heute Essen, und das Hotel scheint sich dramatisch gebessert zu haben, er ist sehr zufrieden. (Zugegeben, wir haben nicht über das Frühstück geredet :-))

Der Flug selbst war weitgehend ereignislos. Ich hatte diesmal ein etwas zweischneidiges Glück: Meine Sitznachbarin im Eco-Sessel war übergewichtig – die Armlehne zwischen uns konnten wir schon nicht mehr ganz hinunterklappen. Inzwischen ist Sonntag abend, aber meine linke Schulter ist immer noch verspannt :-/ Naja, lächle und sei froh, es könnte schlimmer kommen.

Die Bettler am Flughafen waren lästig wie eh und jeh, aber sie haben sich weiterentwickelt: Der Kerl hat mich zuerst ein wenig ausgefragt: Woher ich käme und so – vor allem: Wie oft ich schon hier gewesen sei. Dann hat er sich vorgestellt. Sein Name, daß er hier am Flughafen arbeite und so. Und dann hat er erst nach einem Trinkgeld gefragt. Im Gegensatz zur üblichen Praxis (wie in älteren Bananenblättern beschrieben: einfach ignorieren – solange man noch Kontakt hält spüren die Jungs noch eine Chance) konnte ich ihn mit einem laut lachenden „nicht schon wieder“ (oh no, not again) schon in die Flucht jagen.

Ansonsten konnte ich auf dem Flug ein paar wunderbare Fotos vom Sonnenuntergang machen – die Bilder gibt’s irgendwann zum herunterladen. Wenn man sie nicht RIESENgroß sieht, wirken sie leider nicht.

Den Tag heute hab‘ ich mit dem üblichen Extrem-Shopping verbracht, allerdings frustrierend erfolglos. Der Plattenladen hatte umgeräumt, und trotz einer besseren Auswahl hat mich nichts mehr unwiderstehlich angelacht. Mein Lieblings-Buchladen hat inwzischen sogar beschlossen, Sonntags geschlossen zu lassen. Mit den Riksha-Fahrern passieren inzwischen auch keine größeren Sachen mehr.

Zum Shoppen war übrigens trotz Monsoon super-Wetter: mässig schwül, „nur“ 28 Grad, aber immerhin kein Regen. Die ersten zwei Regentropfen haben mich erwischt, als ich ins Hotel hineinging. Dann fing’s allerdings an… heftig… so kannte ich den Monsoon bisher noch nicht. Angeblich hatte es auch die letzten vier Tage so durchgeregnet.

Das einzige Bemerkenswerte blieb also das Abendessen mit Duncan im „Tandoor“, und auch das war sehr angenehm und ereignislos. Der Gipfel der Außergewöhnlichkeiten war die folgende Mini-Anekdote: Wir hatten uns wegen dem Regen einen Fahrer vom Hotel genommen. Das Personal am Hotel hatte uns gesagt, er würde warten und uns dann zurückfahren. Kurz nachdem wir Platz genommen hatten, kam der Fahrer noch einmal herein – mit einer Handynummer in der Hand. Wenn wir fertig seien, sollen wir ihn anrufen 🙂 – hat aber blendend geklappt, und hoffentlich hat er die Zeit gut verbracht.

Ach so… und dann waren wir noch in der „Hotelbar“, um mit einem Whiskey den Magen zu desinfizieren. Daß wir dabei in eine Techno-House-Party stolpern würden, damit hatte niemand gerechnet. Coole Stimmung, lauter fröhliche Leute…

Übrigens: Soweit ich es beurteilen kann, war die Desinfektion erfolgreich: Mit geht’s rundum blendend.

Also, bis zum nächsten Mal, euer rasender Reporter