Soso… aller Irak-Opposition zum Trotz ist jetzt auch eine Deutsche im Irak entführt worden. Ein paar Fakten in Kürze:

  • Es handelt sich um die Archäologin Susanne Osthoff.
  • Sie war nicht wegen ihres Berufes, sondern wegen ihrer Berufung im Irak: Sie wollte den Menschen dort helfen. Dazu ging sie schlug sie immer wieder Warnungen aus daß ihre Missionen zu gefährlich seien.
  • Die Entführung geschah am 29. November, genau eine Woche nach Angela Merkels Amtsantritt.
  • Die Entführung geschah nach Bundeskanzlerin Merkels Ankündigung von „Kontinuität“ in der Irak-Politik

Daraus kann man folgendes folgern:

  • Das Deutsche nicht-Engagement im Irak ist kein Schutz vor Terror.
  • Die Entführer sind feige (denn sie entführen eine Frau), sie schaffen nur die einfachen Ziele (die sich nicht um ihre Sicherheit kümmern) und interessieren sich nicht um das Wohlergehen der Menschen in ihrem eigenen Land (sie entführen eine Person, die ihnen nur helfen will.

… und daß die Entführer uns erpressen wollen ist offensichtlich. Die Ereignisse in Spanien (wo durch den Anschlag tatsächlich der Wahlausgang verändert wurde) haben ihnen offensichtlich Oberwasser verschafft. Glück gehabt: Merkel „[…] will sich nicht erpressen lassen„. Recht so: wenn wir weiter demonstrieren, daß die Methode funktioniert, gefährden wir nur noch mehr Helfer im Irak.

Frage: Werden die vielen Apelle nicht als Zeichen von Schwäche interpretiert? – Diesmal hoffentlich nicht, denn immerhin fordert auch Schiitenführer Sadr […die…] Freilassung Osthoffs. Andere Apelle (oder andere Situationen) könnten eher dazu geeignet sein, das Problem zu vergrößern als zu lösen:

In grauer Vorzeit war ich mit meinen Eltern in Marokko im Urlaub. Irgendwann hatte ich bei einem Teppichhändler einen kleinen Gebetsteppich gesehen, den ich unbedingt haben wollte, wie kleine Kinder eben sind. Mein Vater hatte ernsthaft versucht, den Preis auf ein vernünftiges Maß zu drücken, doch meine offensichtliche Gier hat einen Verhandlungserfolg am Ende unmöglich gemacht. Wer kann schon sagen, daß nicht das gleiche bei den Entführern passiert?