Bananenblatt

Klarheit in der politischen Debatte

Atomkraft: Der Strompreis ist nur die Spitze vom Eisberg

Die Energiepreise und insbesondere die Gas-Diskussion zwischen Russland und der Ukraine haben dankenswerterweise die Diskussion um den Atomkraftausstieg wieder angeheizt. Auch das Thema „Kernkraft“ taucht in diesem Blog ja gelegentlich auf (z.B. unter Die schwimmende Steckdose).

Nun zitierte die FTD in ihrem Artikel SPD-Politiker watschen Glos ab Forschungsministerin Annette Schavan unter Berufung auf die „Leipziger Volkszeitung“ folgendermaßen:

Wichtig ist, wie wir dauerhaft unabhängig im Blick auf die Energieversorgung sind und wie wir vernünftige Strompreise garantieren können.

Inhaltlich bin ich mit Frau Schavan einer Meinung. Ich kann auch den populistischen Hinweis auf „vernünftige Strompreise“ nachvollziehen, aber dieses Ziel ist eindeutig zu kurz gesprungen. Der Strom-Preis reflektiert nur Angebot und Nachfrage. Er ist ein Hinweis, ein Symptom, ein Indiz für das tatsächliche Problem: Das Energie-Angebot in Deutschland ist zu niedrig, wir können unseren Energiebedarf hier mit den zur Verfügung stehenden Mitteln nicht selbst decken und sind darum vom Welt-Energiemarkt abhängig.

Die wirklich spannende Frage ist: Wie gehen wir mit dieser Abhängigkeit um?

Während auf der Webseite des Statistischen Bundesamtes zwar eine Umweltökonomische Gesamtrechnung durchgeführt wird, ist eine einfach Energiebilanz nicht oder nicht ohne weiteres zu finden. Eine Tabelle erscheint hilfreich, aber irgendjemand müsste die Zahlen zusammentragen und aktuellere Zahlen organisieren:

Energie aus "Deutschen Energiequellen" minus Energie aus Importierten Quellen
---------------------------------------------------------------------------------------------- * 100%
Gesamtenergieverbrauch

… ergibt unsere Unabhängigkeit (in %) von Energie-importen. Aus offensichtlichen Gründen sollte diese Unabhängigkeit hoch sein, und das Ziel des Kernkraftausstieges muß an den Auswirkungen eines Ausstieges auf die Energie-Unabhängigkeit gemessen werden.

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Kernkraft – Problem oder Lösung?

1 Kommentar

  1. „Aus offensichtlichen Gründen sollte diese Unabhängigkeit [von Energieimporten] hoch sein…“

    Hat man es mit imperialistisch und staatsmonopolistisch agierenden Lieferanten wie Russland zu tun, kann ich diese offensichtlichen Gründe finden. Aber sonst?
    Ist Deutschland nicht vielfältig abhängig vom Weltmarkt?

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