Wo soll das hinführen? – Der „Karikaturenstreit“ hat inzwischen sogar schon einen Namen, und unter anderem ein Dossier in der Financial Times Deutschland. Anstatt uns für die freiheitlich-demokratische Grundordnung (bzw. über deutsche Grenzen hinaus für die Menschenrechte) einzusetzen, halten die Demokratien still, während die islamische Welt sich Mühe gibt, ihre Unmut zu zeigen – und durch gewaltsame Demonstrationen einen Mangel an Grundrechtsverständnis dazu. Doch dazu später mehr.

Am Sonntag, den 5. Februar, wurde in der Türkei der Prieser Don Andrea Santoro beim Gebet von hinten erschossen (siehe Der mysteriöse Tod des Don Santoro). Möglicherweise war ein muslimischer Fundamentalist der Täter – sollen wir jetzt die Moscheen stürmen? Aber nein, es gibt ja noch die andere Möglichkeit, es könnte ja auch mit Menschenhandel zu tun haben… und „Im Zweifel für den Angeklagten“…

Wirklich, im Zweifel für den Angeklagten? – „Auch die USA waren am Montag von Protesten in der muslimischen Welt betroffen. Obwohl sich die amerikanische Regierung der Kritik an den Karikaturen angeschlossen hatte und keine US-Zeitung die Bilder gedruckt hatte, wurden Einrichtungen der USA Ziel der Attacken der demonstrierenden Massen.“ (o.a. FTD-Artikel). Völlig egal.

Ich brauche hier niemandem erklären, was alles im „Karikaturenstreit“ passiert – Das alles wegen ein paar Bildern? Man kann ja über alles reden… aber bitte REDEN!!!

Grundrechte, Grundrechte, Grundrechte… aber wo bleibt die Streitbare Demokratie, und wo ist unser Wille, diese Werte zu verteidigen?

Nachtrag:
Die Diskussion erinnert unangenehm an die Story in der „Newsweek“, als angeblich der Koran in Guantanamo geschändet worden war und bei Ausschreitungen mehrere Menschen starben. Dazu gab es einen sehr interessanten Artikel im Boston Globe: Why Islam is disrespected, oder in einer deutschen Übersetzung in den Kommentaren zum Artikel West-östliche Schande im Blogg von Dr. Jochen Bittner.