Fakt: Der Papst hat sich ein Herz genommen und öffentlich das Verhältnis zwischen Religion und Gewalt thematisiert.

Analyse: Das ist gut, vor allem weil es schon lange überfällig war. Es ist nun einmal ein Fakt daß Berge von Gewalt religiös motiviert sind, und es ist auch ein Fakt daß ein großer Teil davon vom Islam ausgeht. Da sollte man nicht unter der Ausrede der Toleranz Täter und Opfer vertauschen.

Fakt: Einige Leute fühlten sich dadurch massiv auf den Schlips getreten und machten dem – durch Drohungen oder Taten – Luft.

Analyse: Das bestätigt den Punkt, und es wirft die Frage auf, ob die betreffenden Kandidaten zu einer intellektuellen Lösung fähig sind, und wenn: ob sie daran ein Interesse haben. Man halte im Gedächtnis daß die Reaktionen auf eine unterstellte (!) Beleidigung des Propheten tausendmal heftiger sind als die Reaktionen auf islamistisch motivierte Terror-Akte usw. – manche Koran-Übersetzer behaupten, daß im Islam die Unterwerfung unter Gott und den Propheten über alles gehe, auch über den „Frieden auf Erden“. Duch gewaltsame Ausschreitungen entlarven sich die „tatkräftigen“ Unterstützer dieser Interpretation. Offensichtlich ist für diese Gruppe auch eine Koexistenz mit nicht-Moslems zu wenig, wie man beispielsweise am konsequenten Leugnen des Existenzrechtes des Staates Israel durch die Hisbollah sieht. Auf Basis dieser Weltanschauung ist eine de-eskalation schlichtweg nicht möglich, denn diese Gruppen haben kein Interesse daran.

Trotzdem hat der Papst sich entschuldigt.

Analyse: Schade. Es ist grundsätzlich löblich daß der Papst tut was er sagt – aber es ist nicht nützlich. In seiner Vorbild-Rolle ist es vielleicht seine einzige Wahl, doch es kann der frömmste nicht in Frieden leben…

Und: Unsere Gewohnheit, pauschal den „schwachen“ in Schutz zu nehmen ist gerade auf dem besten Weg dazu, unsere Kultur der Trennung von Kirche und Staat, der Meinungsfreiheit und der Demokratie zu killen. Für welches konkrete Verhalten wollen wir Bombenleger, Rakteenschützen, Entführer und Halsdurchschneider belohnen?

Wofür steht unsere Kultur? Für Toleranz? – Wir tolerieren doch sowieso schon alles, einschließlich Intoleranz. Viele Moslems sind bereit, für ihren Gott zu kämpfen und zu sterben (von Meinungsfreiheit, Religionsfreiheit, und Gleichberechtigung keine Rede)

Wofür würden wir kämpfen und sterben? Wofür würden wir aufstehen und in den Krieg ziehen? Wenn nicht für die Freiheit und Demokratie, wofür dann?

Wenn wir das nicht tun, verhalten wir uns wie Schafe auf dem Weg zum Schlächter. Mit-humanisten: Steht auf für eure Werte!