Es gibt Themen, die sind schwierig, und es gibt Themen, die werden schwierig gemacht. Verbraucherschutz bei eBay gehört in eine dieser beiden Klassen.

In den letzten Tagen sind mir einige Artikel in die Finger gefallen, die sich mit diesem Thema beschäftigen – bspw. „Die Abgezockten“ in der Financial Times Deutschland (FTD) oder „Privatmann oder Profi? – Die Gewerbefalle bei eBay“ in der c’t. Dabei fällt auf daß sogar die sonst eher nüchterne FTD schon von abzocken spricht (und daß in der c’t kaum eine Ausgabe vergeht, die sich nicht mit dem Thema beschäftigt :-/)… Es scheint also die Gemüter zu bewegen – doch was steckt dahinter?

Meiner Meinung nach geht es um falsch verstandenen Verbraucherschutz. Natürlich bin ich normalerweise Verbraucher, wenn ich bei eBay etwas kaufe. (Von gewerblichen Käufern wollen wir hier ‚mal absehen, wegen der Übersichtlichkeit…) Und natürlich möchte ich als Käufer angemessen geschützt sein und eine einfache Rechtslage vorfinden, so daß ich ein paar Socken oder die im FTD-Artikel als Beispiel genannte Salami kaufen kann, ohne vorher zum Anwalt gehen zu müssen.

Aber der Erfolg von eBay beruht darauf, daß die Masse der Verkäufer ebenfalls Verbraucher sind!!!. Und dieser Aspekt geht in der momentanen Abmahn-Welle unter.

Oder, mit den alten Schlagworten der New-Economy: In einer „Re-intermediated“ Welt muß man auch im Verbraucherschutz berücksichtigen, daß Verbraucher sowohl als Käufer als auch als Verkäufer auftreten können.

Bonus-Frage: Wie funktioniert das eigentlich offiziell auf dem Flohmarkt? Ist man da auch schon gewerblich dabei, wenn man zwei Dutzend Artikel verkauft?