Naja… Weihnachten ist jetzt einen Monat her, und das Neue Jahr ist schon ein paar Tage alt. Trotzdem, nachträglich: Die besten Wünsche für 2008 und „den Rest“.

Wie angedroht, hier kommen drei Gedanken zu dem, was die Welt 2008 anpacken sollte:

1) Umweltschutz
2) Energiekrise (und sonstige Rohstoff-Mangelerscheinungen)
Während die öffentliche Diskussion lange an der Energiekrise knabberte und dann vom Extrem „Energiekrise“ zum Extrem „CO2“ sprang, scheint es sich hier für mich um zwei Seiten der selben Medaillie zu handeln. Klar wird nicht jeder Liter verbrauchtes Öl 1:1 in CO2 umgewandelt. Klar, nicht für jeden einzelnen Liter Bio-Sprit werden die Lebensmittel teurer. Und doch: Die Themen Umweltschutz und Energie sind zwei Aspekte der gleichen Sache: Rohstoffe. In den frühen Siebzigern veröffentlichte der Club of Rome sein Werk „Die Grenzen des Wachstums„, in dem über eine gigantische Simulation der Weltwirtschaft ermittelt wurde, wie es mit unserem Planeten weitergeht. Das Ergebnis: Die Fähigkeit des Planeten, unseren „Müll“ (einschliesslich Abgase, Abwasser, Giftmüll usw.) aufzunehmen, wird etwa zur gleichen Zeit zur Neige gehen wie die Rohstoffe uns ausgehen, nämlich etwa 2050. Da vorher heftige Verteilungskämpfe zu erwarten sind, bricht die Genauigkeit der Simulation zusammen, bevor klar ist, welches der beiden zuerst eintritt… Übrigens: Sogar wenn wir das nicht unter Kontrolle bekommen, gibt’s immer noch ein katastrophales Problem mit der Überbevölkerung.
Wer jetzt sagt „ach was, eine Simulation aus den 70’ern, was solls…“ sollte noch einmal zum Buchhändler gehen: Unter dem Titel „Die Neuen Grenzen des Wachstums“ wurde 1994 das Thema neu simuliert, mit weitgehend den gleichen Ergebnissen – nur auf Basis neuerer Daten… Und bei der Recherche habe ich gerade festgestellt, daß es schon eine dritte Runde gibt: 2006 wurde „Grenzen des Wachstums – Das 30-Jahre-Update. Signal zum Kurswechsel“ veröffentlicht – das muß ich mir demnächst zulegen…

Wer den Büchern immer noch nicht glaubt, kann sich an aktuellen Ereignissen orientieren:

  • Der Ölpreis hatte – vor der Börsenkrise – die 100$-Marke überschritten. (Man sollte seine Neujahrs-Stories schreiben, solange sie heiß sind…)
  • Die wichtigsten Ölförderländer verstaatlichen ihre Ölfelder
  • Müll-Transfers sind inzwischen an der Tagesordnung
  • Der Wettlauf um die Ressourcen der Antarktis beginnt
  • Die Klimaerwärmung wird nur noch von der US-Regierung ernsthaft angezweifelt
  • Lebensmittelpreise steigen, weil landwirtschaftliche Ressourcen / Produkte (zum Beispiel Ackerland) signifikant als Substitut für Erdöl eingesetzt wird

Und übrigens, noch ein Beitrag zur Hessen-Wahl: Herr Clement hat recht, man sollte nicht gleichzeitig gegen Kohlekraftwerke und gegen Kernkraft sein… sonst erwischt Frau Ypsilanti der alte Spruch „… bei mir kommt der Strom aus der Steckdose…“

Der dritte Gedanke lenht sich an an die Weihnachtsgeschickte von Dickens:

3) Und Frieden auf Erden…
Für mich stellt nach wie vor der Konflikt zwischen Islam und „Rest der Welt“ eines der größten Sicherheitsrisiken dar. Die Wurzel dieser Meinung liegt in einem Thread in einem Forum über Studentenaustausch. Studenten aus islamischen Ländern, die schon seit mehreren Jahren in „westlichen“ Ländern studierten (USA, Kanada, Australien, Europa) unterhielten sich zum Karikaturenstreit. Dabei wurde unter vielen islamischen Studenten eine für mich mangelnde Toleranz für diese Form von Humor sichtbar – und eine für westliche Studenten ungewöhnliche Bereitschaft zu Gewalt „in solchen Ausnahmefällen“. Ich denke, jeder Akt von „Toleranz“ und „Verständnis“ in diesen Fragen hat Vorbildcharakter: „Mit denen kann man’s ja machen, die sind ja schwach“ – diese Sichtweise können wir nicht ändern, also müssen wir uns darauf einstellen. Ich bin froh über Artikel wie „Was tun, wenn die Schläger kommen?“ bei Spiegel Online, damit jeder mit diesen Schwierigkeiten umzugehen lernt.

Das also ist „Bananenblatt Eintrag 100“. Das Bananenblatt wünsche allen Lesern Glück und Gesundheit.