Bananenblatt

Klarheit in der politischen Debatte

China, Tibet, Meinungsfreiheit

„Ich bin zwar nicht Ihrer Meinung (Herr Kulla), aber ich würde mein Leben geben, damit Sie sie sagen dürfen.“ Leider ist den Tibetern (wie auch den „echten“ Chinesen) dieses Privileg verwehrt. Darum geht’s gerade, um nichts anderes.

Zum Kommentar von godforgivesbigots: „Dateicontainerverschlüsselung und Steganographie“ –> Tibet ist, soweit ich das verstanden habe, kulturell und technisch in der Nähe unseres Mittelalters. Strom, Telefon, fließend Wasser? – in der Breite: Fehlanzeige. Der Wikipedia-Artikel zu Tibet zeigt einige aufschlußreiche Bilder.

Zu saltzundessick: „Tibet gehörte schon immer zu China“? Auf welcher Grundlage entsteht diese Behauptung?

Hier hilft ein Blick ein ein Lexikon Deiner Wahl, ersatzweise Wikipedia: Die Lage ist jedenfalls verworren und nicht mit einem Satz zu beschreiben. Unter den Wikipedia-Neutral-Point-of-View-Regeln stellt sich die Sache so dar:

Die Tibeter waren bis zum 18. Jahrhundert eine Monarchie (mehr oder weniger selbständig… da gab’s Auseinandersetzungen mit den Mongolen).

Im frühen 18. Jahrhundert etablierte China das Recht, bevollmächtigte Regierungsvertreter (so genannte Amban) in Lhasa zu stationieren. Als die Tibeter im Jahr 1750 gegen China rebellierten und den Regierungsvertreter töteten, reagierte China darauf mit dem Einmarsch seiner Truppen und der Einsetzung eines neuen Vertreters. Die tibetische Regierung führte jedoch wie zuvor ihre Arbeit fort.

… und später …

So verweilten zur Zeit des Einmarsches Chinas in das damals de facto unabhängige Tibet im Jahr 1950 dort nur sechs Ausländer

… plus die Sichtweise der Chinesen, plus die Sichtweise der Tibeter.

Also: Ja, wir wissen nicht genau was in Tibet gerade abgeht. Aber wenn wer sich etwas mehr Mühe gibt, kann jedenfalls mehr über die Lage wissen als über „Dateicontainerverschlüsselung und Steganographie“ zu reden oder „Tibet gehörte schon immer zu China“ zu behaupten.

Schönen Sonntag noch.

Zurück

China, Tibet und Meinungsfreiheit für Sportler

Weiter

Tibet-Licht

1 Kommentar

  1. Auch in einer quasimittelalterlichen Gesellschaftsordnung braucht es nur einzelne Handwerkskünstler die digitales Gerät geübt bedienen können. USB-Sticks schmuggeln und auf einem getrennten Weg Paßwörter weitergeben, das kann auch jeder mittelalterliche Mensch. Johannes Trithemius hat doch auch im Mittelalter gelebt.

Die Kommentarfunktion ist deaktiviert.

Präsentiert von WordPress & Theme erstellt von Anders Norén