Beim Nachschlagen der UN-Menschenrechtscharta für den Artikel „Phyrrusfrieden“ fielen mir bei Wikipedia noch die folgenden Dokumente in die Hände:

Natürlich wurde ich neugierig und habe weiter gelesen. Hier sind die Highlights:

Afrikanische Charta der Menschenrechte und der Rechte der Völker

Das Afrikanische Dokument ist das älteste der drei. Es wurde 1981 verabschiedet und – entgegen vieler Erwartungen – seit 1986 in Kraft.
Soweit ich den Wikipedia-Artikel verstehe, entspricht die Afrikanische Charta der Menschenrechte und der Rechte der Völker weitgehend den durch die UN-Deklaration gesetzten Erwartungen. Die großen Besonderheiten stammen aus der Auseinandersetzung mit der Kolonialzeit, der sozio-ökonomischen Realität. Besonders bemerkenswert ist, daß dieses Dokument als erstes nicht nur die Menschenrechte festschreibt, sondern auch Pflichten (gegenüber anderen, gegenüber der Gemeinschaft).
Bei diesen Pflichten könnten wir sogenannte zivilisierten Länder uns ohne weiteres eine Scheibe abschneiden! Das folgende Zitat gefällt mir sehr gut:

The African conception of man is not that of an isolated and abstract individual, but an integral member of a group animated by a spirit of solidarity.

(–> http://de.wikipedia.org/wiki/Afrikanische_Charta_der_Menschenrechte_und_der_Rechte_der_V%C3%B6lker#cite_note-2)

Kairoer Erklärung der Menschenrechte im Islam

Die Kairoer Erklärung wurde 1990 beschlossen, hat aber keinen völkerrechtlichen Status.
Von den Menschenrechten nach der UN-Erklärung unterscheidet sie sich vor allem durch den ausgeprägten Bezug auf dem Islam. Menschenrechte werden nur anerkannt, soweit sie im Einklang mit dem islamischen Recht, der Schari’a stehen. Das bedeutet für manche Menschenrechte ein „aus“, die meisten sind eingeschränkt auf Ausübung in Übereinstimmung mit der Schari’a, d.h. die Schari’a steht über den Menschenrechten. Insbesondere stellt die Erklärung die Überlegenheit des Mannes über die Frau fest.

Arabische Charta der Menschenrechte

Das jüngste der drei Dokumente wurde 2004 beschlossen und trat 2008 (!) in Kraft.
Im Gegensatz zur Kairoer Erklärung wird die Schari’a nicht ausdrücklich erwähnt – wohl aber die Kairoer Erklärung. Wikipedias größter Kritikpunkt ist, daß es kein Reglement zur Sanktionierung von Verstößen gibt. Die inhaltliche Zusammenfassung entspricht ungefähr dem, was ich von einer Menschenrechtserklärung erwarten würde.

Der übliche Wikipedia-Disclaimer ist leider angebracht – aber für Quellenarbeit am Original habe ich im Moment keine Zeit. Für einen ersten Überblick war’s jedenfalls interessant.