Die Medien haben eine gute Nachricht: Waffenstillstand in Afghanistan. So titelt beispielsweise Spiegel Online: „Taliban verkünden unbegrenzte Waffenruhe im Swat-Tal„. Freundlicherweise wird der Preis der Waffenruhe im Untertitel mit genannt: Einführung der Scharia.

Dem Jubel der Bevölkerung im Swat-Tal kann ich nachvollziehen, wenigstens teilweise. Genauer: Zu etwa 50%: Die Einführung der Scharia bedeutet vor allem, daß die Männer Frieden haben (nämlich vom Bürgerkrieg). Für die Frauen und Mädchen ist wohl eher der Teufel mit dem Beelzebub ausgetrieben: Spiegel Online berichtet beispielsweise, daß Islamisten 191 Schulen im Kampf „für“ die Scharia zerstörten. 122 davon für Mädchen.

Ein langer Weg zur Gleichberechtigung in Afghanistan.
Ein Pyrrhusfriede für die Menschenrechte, fast pünktlich zum 60. Geburtstag der UN-Menschenrechtscharta

P.S.: Die Redewendung „den Teufel mit dem Beelzebub austreiben“ ist für mich eine gängige, um pyrrhische „Erfolge“ zu beschreiben. Die Bevölkerung Afghanistans wird damit gleich behandelt mit allen ähnlichen Ereignissen, nicht schlechter, und auch nicht besser. Und daß so ein Disclaimer nötig ist, ist am Rande meiner Vorstellung von Meinungsfreiheit.