Endlich zurück in Indien: Zum ersten Mal seit zwei Jahren, sieben Jahre nach meinem ersten Besuch, sechs Jahre nach dem Ur-Bananenblatt und vier Jahre nach der Eröffnung des Blogs bin ich wieder in Bangalore.

Es war schon immer so gewesen, daß sich zwischen zwei Besuchen viel verändert. Diesmal hat sich zum Beispiel der Name der Stadt geändert: Bangalore heißt jetzt Bengaluru. OK, von mir aus.
Und der neue Flughafen wurde eröffnet. Dazu gibt’s nur ein Wort:

WOW!

Modern, groß, schön… Super, eine echte Verbesserung. Leider sind richtig viele Koffer kaputt gegangen, auch einer von mir wurde beschädigt. Scheinbar werden die Koffer aus dem Flugzeug geworfen. Und Papierkrieg in Indien ist sowieso immer eine Erfahrung für sich…

Auf der anderen Seite waren einige Änderungen schon beim Zeitunglesen im Flugzeug klar: Die Gewalt kommt nach Bangaluru. Vielleicht war sie schon immer da und es wurde nicht berichtet, vielleicht ist sie tatsächlich gewachsen – wahrscheinlich liegt die Wahrheit in der Mitte. Jedenfalls gab es einige Berichte über Vergewaltigungen (besser kompetent berichtet als totgeschwiegen), und auch einen Bericht über einen Mord und über „Chain Snatching“, also Motorradfahrer, die den Frauen im Vorbeifahren die Goldketten klauen.

Heute waren wir „in der Stadt“, also in der Ecke MG Road, Brigade Road, Commercial Street. Die Gegend ist nicht wiederzuerkennen: Die U-Bahn wird gebaut. Eigentlich eine „Ü-Bahn“, denn die Bahn soll wohl auf Säulen über die MG-Road geführt werden. Trotzdem: Die markante sechsspurige Straße ist auf ganzer Länge zur Baustelle verkommen.

Auch einige Häuser sind verschwunden, andere Baustellen wurden dafür abgeschlossen und die entsprechenden Häuser eröffnet. Eine Baustelle habe ich bspw. komplett verpasst: Früher gab es ein Kaufhaus namens Kemp Fort – es ist vor allem bekannt für die MEGA-Shiva-Statue im Hinterhof. Doch Kemp Fort gibt’s nicht mehr, das Gebäude wurde abgerissen (Hinterhof und Statue gibt’s noch) und stattdessen wurde eine Shopping Mall gebaut. Außen hui, innen … Naja, innen auch hui, aber erst halb fertig :-/

In der Commercial Street ging’s rund wie immer, aber auch die hat sich sehr verändert: Ich hatte sie als de-facto-Fußgängerzone in Erinnerung, denn wie sollte man durch dieses Gewühl sinnvoll mit dem Auto fahren? – Das hatten auch hier nur wenige versucht. Inzwischen ist es fast eine Durchgangsstraße, und einige der Seitengassen sind in einem erbärmlichen Zustand.

… mehr folgt …