Der Spiegel-Online-Artikel „Bewerbungstrainings bringen nichts“ verweist auf die Studie „Auf den Inhalt kommt es an“ des Institutes für Arbeitsmarkt und Berufsförderung.

Nachdem ich kürzlich eine „Studie“ des DGB seziert hatte („Statistik seziert: Abitur und Arbeitslosigkeit„), ist das hier die Gelegenheit, ein positiveres Beispiel vorzustellen. Die Studie ist zwar schwieriger zu lesen, doch die enthaltenen Aussagen sind solide argumentiert.

Auf den ersten Blick fällt auf, daß die Studie des IAB ihre eigene Methode detailliert beschreibt: Ein Kasten auf Seite 2 („Daten und Methodik“) und ein eigenes Kapitel ab Seite 3 („Vorgehensweise und Resultate der Untersuchung“) schildern, wie die Zahlen und Aussagen zustandegekommen sind. Die Literaturnachweise finde ich angemessen, obwohl ich zugeben muß, ihnen nicht gefolgt zu sein. Die Abbildungen sind beschriftet und die Unterscheidung zwischen „Prozent“ und „Prozentpunkt“ ist korrekt. Ich finde vor allem den folgenden Hinweis zur Methode sehr fair und positiv:

Es kann allerdings nicht vollkommen ausgeschlossen werden, dass Maßnahmeteilnehmer und ausgewählte Vergleichspersonen sich nicht dennoch durch besondere Eigenschaften unterscheiden, wie Motivation oder persönliches Auftreten, die in den Datengrundlagen nicht sichtbar werden, was die Ergebnisse etwas verfälschen kann.

Die Studie ist auch aus der Perspektive „Berechnungen“ einfach: So weit man aus der Ferne sehen kann, wurde nicht gerechnet im eigentlichen Sinn des Wortes, sondern nur gezählt und auf Prozente aufgeteilt.

P.S.: Wer jetzt glaubt, an der Studie gäbe es überhaupt nichts zu kritisieren… – aber im Verhältnis zu meiner Vergleichsprobe war’s sehr OK.
P.P.S.: Bei näherer Betrachtung: Irgendwie betont das Fazit die Ergebnisse der Studie sehr seltsam…