Bananenblatt

Klarheit in der politischen Debatte

Kategorie: Allgemein (Seite 2 von 4)

Erstes „Schwarzes Loch“ im Labor

Schottische Wissenschaftler haben wohl das erste Schwarze Loch im Labor nachgestellt. Als Ausrüstung diente eine Anordnung aus Lasern und Glasfaser – so konnte ein „nulldimensionaler Ereignishorizont“ beobachtet werden. Jetzt begeben sich die Wissenschaftler auf die Suche nach der Hawking-Strahlung.

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Der Papst entschuldigt sich???

Fakt: Der Papst hat sich ein Herz genommen und öffentlich das Verhältnis zwischen Religion und Gewalt thematisiert.

Analyse: Das ist gut, vor allem weil es schon lange überfällig war. Es ist nun einmal ein Fakt daß Berge von Gewalt religiös motiviert sind, und es ist auch ein Fakt daß ein großer Teil davon vom Islam ausgeht. Da sollte man nicht unter der Ausrede der Toleranz Täter und Opfer vertauschen.

Fakt: Einige Leute fühlten sich dadurch massiv auf den Schlips getreten und machten dem – durch Drohungen oder Taten – Luft.

Analyse: Das bestätigt den Punkt, und es wirft die Frage auf, ob die betreffenden Kandidaten zu einer intellektuellen Lösung fähig sind, und wenn: ob sie daran ein Interesse haben. Man halte im Gedächtnis daß die Reaktionen auf eine unterstellte (!) Beleidigung des Propheten tausendmal heftiger sind als die Reaktionen auf islamistisch motivierte Terror-Akte usw. – manche Koran-Übersetzer behaupten, daß im Islam die Unterwerfung unter Gott und den Propheten über alles gehe, auch über den „Frieden auf Erden“. Duch gewaltsame Ausschreitungen entlarven sich die „tatkräftigen“ Unterstützer dieser Interpretation. Offensichtlich ist für diese Gruppe auch eine Koexistenz mit nicht-Moslems zu wenig, wie man beispielsweise am konsequenten Leugnen des Existenzrechtes des Staates Israel durch die Hisbollah sieht. Auf Basis dieser Weltanschauung ist eine de-eskalation schlichtweg nicht möglich, denn diese Gruppen haben kein Interesse daran.

Trotzdem hat der Papst sich entschuldigt.

Analyse: Schade. Es ist grundsätzlich löblich daß der Papst tut was er sagt – aber es ist nicht nützlich. In seiner Vorbild-Rolle ist es vielleicht seine einzige Wahl, doch es kann der frömmste nicht in Frieden leben…

Und: Unsere Gewohnheit, pauschal den „schwachen“ in Schutz zu nehmen ist gerade auf dem besten Weg dazu, unsere Kultur der Trennung von Kirche und Staat, der Meinungsfreiheit und der Demokratie zu killen. Für welches konkrete Verhalten wollen wir Bombenleger, Rakteenschützen, Entführer und Halsdurchschneider belohnen?

Wofür steht unsere Kultur? Für Toleranz? – Wir tolerieren doch sowieso schon alles, einschließlich Intoleranz. Viele Moslems sind bereit, für ihren Gott zu kämpfen und zu sterben (von Meinungsfreiheit, Religionsfreiheit, und Gleichberechtigung keine Rede)

Wofür würden wir kämpfen und sterben? Wofür würden wir aufstehen und in den Krieg ziehen? Wenn nicht für die Freiheit und Demokratie, wofür dann?

Wenn wir das nicht tun, verhalten wir uns wie Schafe auf dem Weg zum Schlächter. Mit-humanisten: Steht auf für eure Werte!

Software update

Vielleicht hat’s jemand gemerkt: Heute zwischen ~14:45 (Beginn des Backups) und ~15:00 (Umstellung auf die neue Software) war hier etwas Chaos. Das Bananenblatt hat sich einen Software-Update gegönnt und läuft jetzt auf WordPress 2.0.2. Wenn man die 10 Minuten für das Backup abzieht: Rekordzeit, und keine Probleme. Großes Kompliment an die Leute bei WordPress!

Ein Jahr Bananenblatt

Ein Jahr Bananenblatt… kaum zu glauben.

Die pathetische Geburtstagsansprache sparen wir uns besser, oder? – Auch, weil ich den Geburtstag um rund einen Monat verschlafen habe 🙂

Ein Jahr, das sind insgesamt ~ 70 Artikel, ~18 Kommentare und Trackbacks (da würde ich mir mehr wünschen – Vorschläge?) und ~14.000 Visits (das finde ich ziemlich cool! – herzlichen Dank an alle treuen Leser!). Und all das völlig ohne Werbung!

Und nach einem Jahr habe ich es – endlich – auch geschafft, meinen guten Vorsatz wahrzumachen und das Original-Bananenblatt-Titelbild hochzuladen. Jetzt passt irgendwas mit der Schriftfarbe nicht richtig. Ist das ein Problem, oder kann man’s bis auf weiteres stehenlassen?

Und aus aktuellem Anlaß gibt’s auch in der „Links“-Section zwei neue Links: DRM – Nein Danke!, eine Aktion des PC Magazin gegen Kopierschutz und „Digital Rights Management“ (DRM) Systeme. Diese Dinger spielen mit Raubkopierern „Hase und Igel“ (d.h. sie sind nicht wirklich langfristig wirksam) und behindern legale Nutzung der Medien – egal ob „die Medien“ in diesem Sinne Musik-CDs, Videos/DVDs oder Computersoftware sind.

Auch der andere neue Link ist ein politisches Statement: Gegen Rundfunkgebühren auf PCs und Handys weist auf die Seite der Vereinigung der Rundfunkgebührenzahler.

Zu diesen beiden Themen gibt’s hoffentlich bald separate Artikel.

Last but not least: Jetzt gibt’s auch Werbung auf dem Bananenblatt. Ich erwarte nicht, daß ich die Hosting-Kosten damit tragen können werde, aber das spielt keine große Rolle. Solange das Ganze zum Denken anregt und nützt, lege ich gerne „ein paar Mark“ dafür auf den Tisch. Aber man muß ja nicht übertreiben, oder?

Also nochmal: Vielen herzlichen Dank an den geneigten Leser für Deine Aufmerksamkeit. Bis bald wieder!

„Karikaturen“: Zusammenfassung

Faktensammlung

  1. Im September 2005 veröffentlichte die Dänische Zeitung Jyllands-Posten zwölf Zeichungen (entgegen der gängigen Berichterstattung sind nur elf davon Karikaturen!) im Umfeld „Islam – Mohammed“.
  2. Einige dieser Karikaturen thematisierten Terrorismus, den Umgang mit Frauen im Islam und andere gängige Vorurteile. Andere thematisieren, daß der Prophet nicht abgebildet werden darf! Eine Zeichnung hat kein offensichtliches Thema. Es ist in der öffentlichen Diskussion nicht Thema, ob die Zeichnungen ein Thema in einem oder mehreren Artikeln thematisieren.
  3. Es ist in der öffentlichen Diskussion weiterhin nicht Thema, wieviele andere Karikaturen über dieses Themenfeld schon existieren.

Vermutungen

  1. Angeblich waren die Zeichnungen Auftragsarbeiten, die eine regierungsnahe Zeitung ausschrieb, um das Sommerloch zu füllen. Thema war wohl „Der Islam“ oder so ähnlich. Sogar wenn all das stimmt: Mehr als ein verschärftes „Du-Du-Du“ sollte das der Zeitung nicht einbringen.
  2. Im Spiegel-Interview „Wir Dänen fühlen uns wie im falschen Film“ berichtet der dänische Ministerpräsident Anders Fogh Rasmussen von verschiedenen Versuchen islamischer Gruppen, mit ihm über die Zeichnungen zu sprechen. Ich kann nachvollziehen, daß der Herr Ministerpräsident bei einem Anliegen von der Größe einer Zeichnung ein Gespräch ablehnt. Die Delegation von Botschaftern bespricht das Thema mit dem Außenminister.
  3. Die Forderung, mit rechtlichen Mitteln gegen die Zeitung vorzugehen, lehnt Herr Ministerpräsident Rasmussen mit dem höflichen Hinweis ab, „dass ich das in einem demokratischen Rechtsstaat nicht kann und nicht will.“ Ich kann auch nachvollziehen, daß er sich nicht für das Verhalten jedes einzelnen „seiner“ Bürger entschuldigt.
  4. Es scheint, daß daraufhin eine Gruppe von dänischen Imamen in den Nahen Osten gereist ist, um dort die Proteste zu schüren. Diese Behauptung wird gestützt durch die lange Zeit (drei, vier Monate) zwischen der Veröffentlichung der Zeichnungen und den Protesten.
  5. Bei gewalttätigen Protesten gegen die Zeichnungen im Nahen Osten und Asien brennen Häuser und Fahnen, Menschen sterben, westliche (!) Unternehmen werden boykottiert. Es ist davon auszugehen, daß die meisten protestierenden die Zeichnungen nie gesehen haben: Westliche Fahnen werden wahllos verbrannt, einschließlich der Fahne der USA (die sich von den Zeichnungen ausdrücklich distanziert haben), der Fahne der Schweiz (die, wie immer, nach Kräften Neutralität wahrt) und Frankreichs (dem größten politischen Verbündeten, den die arabischen Länder in der EU haben).

Geschichte

Religionsfreiheit, Pressefreiheit und die Trennung von Kirche und Staat sind in Europa sind keine theoretischen Konstrukte, sondern Grundrechte / Menschenrechte (wer kennt den Unterschied :-)?), die wir uns in der Reformation und den dazugehörigen Kriegen hart erarbeitet haben. Europa hat schon ausprobiert, wie gut die Welt funktioniert, wenn wir „Rücksicht“ auf Meinungen erzwingen – das Ganze hieß früher Zensur und war zuletzt im Dritten Reich weit verbreitet.

Schlussfolgerungen

Die Akteure:

  1. Jyllands-Posten: Hat sich möglicherweise der Geschmacksverirrung schuldig gemacht. Man bedenke jedoch: Die Karikaturen waren für Dänemark gemacht, für eine dänische Leserschaft, ein Vergleich mit den Auswirkungen auf die Arabische Welt ist jedoch verfehlt: Es gibt sicher schon tausende ähnlicher Karikaturen, die die Welt nie wahrgenommen hat. Die heftige Rezeption in Dänemark zeigt jedoch, daß es Bedarf an einer Werte-Diskussion auch in Dänemark gibt: Wenn die dänischen Imame im Ausland Unruhe stiften, sollte man über die Integration vor Ort in Dänemark noch einmal reden – und wenn wir aus der Reformation gelernt haben, darf diese Integration nicht auf dem kleinsten gemeinsamen Nenner beruhen.
  2. Ministerpräsident Rasmussen: Wie schon erwähnt: Er kann gegenüber der Zeitung nichts unternehmen (es gibt keinen Grund anzunehmen, daß es in Dänemark ein Delikt wie „Religionsbeleidigung“ gibt), und in einer Demokratie sollte er auch nicht. Er sollte sich auch nicht für das Verhalten seiner Bürger entschuldigen.
  3. Dänische Imame: Im Zweifel für den Angeklagten: Hoffentlich haben die Imame nur auf einer regelmässigen Reise ihren Frust ausgedrückt und nicht, wie behauptet wird, gezielt den Nahen Osten bereist um die Zeichnungen bekannt zu machen. Jedenfalls: Wenn irgendjemand das entstehende Chaos hätte vorhersehen und verhindern können, dann sie. Alle anderen („wir“ in Europa, Moslems im Nahen Osten und Asien und überall) sind Opfer. Der Westen fällt wieder einmal auf eine Vertauschung von Täter, Opfer und Retter herein.
  4. Menschen im Westen: Bitte steht zu euren Werten! – Wir mussten in Europa Toleranz, Grundrechte und Menschenrechte zum Zeitalter der Aufklärung lernen. Diese Toleranz darf jetzt nicht gegen die Grund- und Menschenrechte gekehrt werden!
  5. Muslime: Bitte widerlegt die Karikaturen – zeigt, daß ihr dem Erbe des Propheten würdig seid (siehe Legende am Ende).

Die Karikaturen unter den Zeichnungen zeigen auf die schwierigen Seiten des Islam: Die Bereitschaft zur Gewalt, der schlechte Umgang mit Frauen, und die Tatsache, daß eine gewisse Zensur fest eingebaut ist (man darf den Propheten nicht abbilden). Durch die Proteste werden viele dieser Vorurteile bestätigt. Ansonsten sind die Zeichnungen einfach nur flach und die Aufregung nicht wert.

Leider trifft jede Karikatur, die auf eine Religion zielt, die Gläubigen ins Mark. Das ist der Sinn einer Karikatur, sie ruft dazu auf, sich zu prüfen, das zu hinterfragen an das man glaubt – um am Ende daraus zu lernen. Möglicherweise, daß man das falsche geglaubt hat, möglicherweise, daß man das richtige glaubt und darin bestärkt ist.

Die Antwort, die wir in der arabischen Welt gerade erleben, ist weit jenseits einer zivilisierten Diskussion, weit jenseits eines Verhaltens, das man mit Toleranz noch begründen kann.

Immerhin gilt in unserer Welt die Meinungsfreiheit auch als Rezipientenfreiheit: Niemand darf mich dazu zwingen, Medien zu rezipieren, die ich nicht will. Auch keine Zeichnungen. Und, übrigens, die Zeichnungen wären ohne die lautstarke Mithilfe aus dem Nahen Osten nie so populär geworden…

Abschluss: Eine Legende

Bekanntermaßen hatte Mohammed, der Prophet, auch seine Schwierigkeiten, als er seine Religion gründete. Angeblich gab es zum Beispiel eine Frau, die ihn auf dem Weg zur Moschee täglich mit den Eingeweiden von Schafen bewarf. Doch der Prophet sagte nie etwas, unternahm nichts dagegen und änderte auch seinen Weg nicht – er ging einfach Tag für Tag zur Moschee, und sie bewarf ihn jeden Tag mit Eingeweiden. Eines Tages ging er vorbei, und sie war nicht da. Der Prophet erkundigte sich was mit ihr geschehen war. Es stellte sich heraus, daß sie krank war, und der Prophet brachte ihr Nahrung und Wasser.

Alles Gute für 2006

Das Bananenblatt und „seine Macher“ wünscht der Welt alles Gute für 2006 – auf daß unsere nützlichen Wünsche in Erfüllung gehen, die unnützen Wünsche lehrreiche Ergebnisse haben und die Welt ein besserer Platz für freie Menschen wird.

Der Glückskeks für 2006:

Was ist herrlicher als Gold? –
Das Licht!
Was ist erquicklicher als Licht? –
Das Gespräch!
(J. W. v. Goethe)

Wir danken Herrn v. Goethe für diesen Impuls für’s neuen Jahr 😉

Hausaufgabe an mich selbst

Die neue Bananenblatt-Seite „Über den Islam“ trifft wohl den Nerv der Zeit: Heute schreibt MdEP Cem Özdemir im Spiegel Online über ein neues Buch: Versiegelte Zeit. Über den Stillstand in der islamischen Welt.

Es scheint zumindest Hinweise zu einigen der Fragen auf der Bananenblatt-Seite zu geben.

Hausaufgabe an mich selbst: Buch kaufen, lesen, Update schreiben.

Hausaufgabe an die geehrte Blog-Gemeinde: Buch kaufen, lesen, Kommentare schreiben.

Neue Seite „über“ das Bananenblatt: „Über den Islam“

Ich beobachte, daß sich dieses Blog mehr und mehr Statements über den Islam, die Türkei und die Muslime ansammelt. Die meisten dieser Statements sind sehr, sehr kritisch – aber, auch wenn es vielleicht nicht immer offensichtlich ist, sehr differenziert. Darum gibt es jetzt eine separate Seite Über den Islam, bzw. genaugenommen eine Zusammenfassung meiner Grundeinstellung zum Themenkomplex.

Well done – gut gemacht!

Ein kurzes Lob an die Web-Truppe von „The Economist„: Diese Arbeit ist gut gemacht: Die Webseite wurde grafisch neu gestaltet. Zugegeben, die grafische Gestaltung ist mir herzlich egal – aber daß alle meine alten Links, die direkt auf Artikel „im“ Economist zeigen, noch stehen, finde ich klasse. Da hat irgendjemand das Web verstanden. Frei nach Tim Berners-Lee: „URIs don’t change: people change them“ (URIs ändern sich nicht – Menschen ändern sie). Hoffentlich halten sich in Zukunft alle Online-Publikationen daran. Ich hab’s mir für das Bananenblatt jedenfalls fest vorgenommen.

Ein schwarzer Tag für Europa

Keine weiteren Fragen, Euer Ehren.

Meine letzte Frage zum Thema war „Wie wird das dann erst, wenn die Türkei EU-Vollmitglied wird?“ – aber daß der Weg zur Vollmitgliedschaft über eine Intervention der USA führt ist wirklich der Gipfel.

Ist es nicht genug, daß unsere eigenen Regierungen uns belügen? Reicht es nicht, daß über die Hälfte der EU-Bürger in fast allen EU-Ländern gegen den Beitritt sind und sich unsere „demokratischen“ Regierungen einfach darüber hinwegsetzen? Müssen sich auch noch die USA einmischen? Seit der Termin „3. Oktober“ steht heißt es, die Beitrittsverhandlungen werden „ergebnisoffen“ geführt.

Über die Motive der USA wurde nichts geschrieben, aber der Türkische Ministerpräsident sagt selbst: „Wir werden unsere, von nationalen Interessen geleitete Haltung beibehalten.“ Wie er allerdings auf die Idee kommt, die Europäische Union habe die Türkei „mindestens ebenso nötig“ wie die Türkei die EU bleibt ein Rätsel.

Keine Ergebnisoffenheit mehr, „Gemeinsames Ziel der Verhandlungen ist die Mitgliedschaft“. Hut ab vor der Österreichischen Regierung, die es beinahe noch geschafft hätte – und immerhin einen Verweis auf Artikel 49 des EU-Vertrages und einen Hinweis auf die „Aufnahmefähigkeit“ der EU in den Vertrag verhandelt hat.

Doch die Aufnahmefähigkeit der EU geht am Thema vorbei. Das Zentrum der Schwierigkeiten mit der Türkei ist nur oberflächlich die Aufnahmefähigkeit – tatsächlich geht es um die Frage „Wer integriert hier wen?“. Die International Herald Tribune weist darauf hin, daß „By the time it could be expected to join, Turkey’s current population of 70 million people would probably have grown to outnumber that of Germany, now the largest European state. Under current rules, that would give it the most seats in the EU Parliament, skewing an already complex European agenda.“ Übersetzt:

Zur Zeit des erwarteten Beitritts würde die türkische Bevölkerung von heute 70 Millionen Menschen wahrscheinlich die Deutsche übertreffen. Deutschland ist jetzt der größte EU-Mitgliedsstaat. Nach heutigen Regeln würde das der Türkei die meisten Sitze im Europaparlament geben und so das ohnehin schon komplexe Programm der EU weiter verzerren.

Und wenn auf diese Weise die Türkei Europa integriert anstatt umgekehrt – wo geht der Zug dann hin? Das Problem mit der Türkei ist eben nicht, daß Europa „voll“ ist. Das Problem ist, daß Muslime nach einem völlig anderen Wertesystem leben – einem, das Toleranz als Schwäche sieht und gnadenlos ausnutzt. Dabei braucht man Ministerpräsident Erdogan keine schlechten Absichten zu unterstellen: Das Land ist zu groß, um innerhalb weniger Jahrzehnte so grundlegend seine Kultur zu ändern. Zum Vergleich: der gleiche Vorgang dauerte für den Rest von Europa etwa von 1517 (Luthers 97 Thesen) bis zu Voltaires berühmten „Ich verachte Ihre Meinung, aber ich gäbe mein Leben dafür, dass Sie sie sagen dürfen.“ im späten 17. Jahrhundert sind rund zweihundert Jahre vergangen. Übrigens hat dieser kollektive Lernvorgang im Vorbeigehen auch den 30jährigen Krieg ausgelöst. Wir haben uns Humanismus und Aufklärung hart erarbeitet und sollten sie schätzen und schützen.

Es ist eine Illusion, daß wir der muslimischen Welt Toleranz beibringen könnten. Eine Religion, die „Unterwerfung““ heisst, wird Toleranz notwendigerweise als Schwäche interpretieren und ausnutzen.

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